So bucht man Flüge wirklich billig

Nach London oder Paris um 9,99 Euro zu fliegen – wer kann da widerstehen? Billigflieger wie Germanwings, Ryanair, skyeurope, Germania oder Air Berlin überbieten sich in ihrer Werbung mit Angeboten, doch wenn man dann endlich ein langes Wochenende hat, siehts plötzlich schlecht aus mit Billig-Tickets. Was muss man beachten um wirklich billige Flüge zu erwischen?

Trotz „No-Frills“ (also dem Verzicht auf jegliche Extras wie gratis Essen und Zeitschriften) und Internet-Verkauf: auch die Billigfluglinien brauchen Flugzeuge, Piloten und Sprit um ihre Passagiere an deren Destination zu bringen.

Sie können sich daher nur finanzieren, wenn sie den größten Teil ihrer Tickets zu normalen, hohen Preisen verkaufen. Somit bleibt nur ein kleines Kontingent an wirklich billigen Flugtickets. Dieses Kontingent wird als erstes verkauft, man bekommt derartige Tickets also nur, solange der Flieger noch leer ist. Je mehr Plätze belegt sind, je teurer werden die Ticketpreise.

Linienflüge sind manchmal sogar billiger

Die klassischen Fluglinien haben den Preiskampf mit den Billigfliegern mittlerweile aufgenommen und ihre Preismodelle angepasst. Immer wieder wird man feststellen, dass Flüge zu bestimmten Terminen von den klassischen Fluglinien sogar billiger angeboten werden, als würde man bei einer Billig-Linie buchen – mit dem zusätzlichen Vorteil nicht auf diverse Annehmlichkeiten wie zentralem Flughafen, umsteigefreundlichen Flugzeiten, Meilenprogramme etc. verzichten zu müssen. Es zahlt sich also aus, sobald Termin und Destination feststehen, einen Flug Preisvergleich durchzuführen.

Falls es sich um einen Urlaubsflug in eine typische Ferienregion handelt, sollten sie auch nach Charterflug-Restplätzen suchen, die oft viel billiger als Linienflüge sind. So findet sich ganz bestimmt ein günstiges Ticket!

Wenn man also auf ein ganz bestimmtes Datum angewiesen ist, muss man schon sehr früh buchen, um wirklich ein Billigticket zu ergattern. Ist man entsprechend flexibel, so kann man schlecht gebuchte „Schnäppchen-Flüge“ suchen. Allerdings wird es sich dabei um eher unattraktive Flugtermine handeln, zB sehr früh am morgen oder mitten in der Woche.

Vorsicht gilt auch beim Preisvergleich, denn im Gegensatz zu klassischen Fluglinen geben Low-Cost-Airlines Ihre Ticketpreise oft nur One-Way an, dass heißt Hin- und Retourflug müssen einzeln gebucht werden, der Reisepreis ergibt sich erst aus der Summe der Flüge, oft kommen dann noch Flugtaxen hinzu. Es reicht also nicht, einen billigen Hinflug entdeckt zu haben – erst wenn man auch billig Retour fliegt, hat man ein Schnäppchen gemacht.

Ein beträchtliches Einsparungspotential bieten den Billigfluglinien kleinere Regionalflughäfen – doch aus Sicht des Flugpassagiers relativieren sich die Einsparungen beim Ticket durch weite Anfahrtsstrecken, was sowohl Zeit wie auch Geld kostet. Wenn auch der Airport des Reiseziels abgelegen liegt, sollte man sich die Frage stellen, ob man wirklich wertvolle Urlaubszeit mit Flughafentransfers verbringen will. Umsteigen in Anschlussflüge ist auf kleinen Regionalflughäfen ebenfalls schwieriger als an zentralen Knotenpunkten.

Das Kleingedruckte

Beim Gepäck müssen die Passagiere den billigen Airlines Kosten sparen helfen, meist werden nur um die 15kg Gepäck akzeptiert, während man bei großen Airlines 20 oder gar 30kg Gepäck mitnehmen darf.

Versteckte Kosten wie kostenpflichtige Hotlines, Buchungspauschalen oder Kreditkartengebühren können ebenfalls für böse Überraschungen sorgen. Schauen Sie genau und achten sie auf ev. kleingedruckte Hinweise.

Auch Umbuchungen und Stornierungen werden von Billigfluglinen kaum akzeptiert, meist verfallen die Reisekosten einfach.

Dennoch sind auch Kostensparer vollwertige Passagiere und haben daher ein Recht auf Erstattung des Flugpreises bei Überbuchung, bzw auf Entschädigung bei Verspätungen, wenn diese gewisse Grenzen überschreiten.

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